illkommen im Dendrologischen (Botanischen) Garten Przelewice [pʃɛlɛ΄vitsɛ]! Im Folgenden möchten wir Ihnen die Geschichte der Anlage von den Anfängen bis heute näher bringen.

er erste Park in Przelewice entstand im Jahre 1814. August Heinrich von Borgstede erbaute derzeit das Schloss. Hinter dem Schloss gründete er einen englischen Garten. Aus dieser Zeit sind noch wunderschöne Denkmäler erhalten geblieben , wie Eichen, Linden und Eschen. Heute finden wir auch Arten wie Platane, Weymouthskiefer, Abendländischer Lebensbaum, und Ginkgo.

m Jahre 1821 wurde das Gut von Prinz August Wilhelm von Preußen gekauft. Er sah in diesem Eigentum die Zukunft seiner unehelichen Kinder, die aus einer Liaison mit Auguste Arend hervorgingen, gesichert. 1825 erhielt Auguste den Namen von Prillwitz, den sie an ihre Kinder vererbte und wurde damit in den Adelsstand erhoben. Etwa bis Ende des 19. Jahrhunderts blieben alle Anlagen von Przelewice in der Hand derer von Prillwitz. In dieser Zeit veränderte sich der Park. Aus einer offenen Parklandschaft wurde ein typischer Hofpark im englischen Stil, der in Obst- und Gemüsegarten aufgeteilt war.

 

1922 erstand Conrad von Borsig, leidenschaftlicher Dendrologe, Przelewice. Er ließ den gesamten Park nach seinen Vorstellungen umgestalten. Borsig sammelte eine umfangreiche Kollektion von Rhododendren und Fliederbüschen. Außerdem führte er Zwergformen von Nadelgehölzen und interessante Grünpflanzen ein, die dem Garten in allen Jahreszeiten Farbe verleihen. 1945 wurde Conrad von Borsig von sowjetischen Soldaten erschossen und im Garten begraben. Da die genaue Grabstelle nicht bekannt ist, erinnert ein symbolischer Grabstein an die Ruhestätte des Dendrologen. Auch heute wird der Park nach seinen Plänen und Vorstellungen gestaltet.

 

ährend des Krieges und zwei Jahre danach verwilderte der Garten. 1948 bis 1975 leitete das Amt der Wojewodschaft in Stettin die Anlage. Das Objekt wurde eingezäunt und die Wege gepflegt. Auf Grund fehlender finanzieller Mittel gab es in dieser Zeit jedoch keine richtige gärtnerische Pflege und das Schloss verfiel in eine Ruine. Henryk Chylarecki führte eine Inventur der Pflanzen durch und schätzte, dass bis 1975 ca. 40% der Gehölze und 90% der Stauden und Farne ausgestorben sind.

 

b 1975 lag die Leitung des Gartens in der Hand des staatlichen Kombinats. Es wurde versucht, das Objekt wieder aufzubauen und man begann mit der Neuanpflanzung. So vermehrte sich die Kollektion auf 1200 Baum- und Straucharten. Seit 1976 stehen sowohl der Garten als auch das Schloss unter Denkmalschutz.

 

1993 wurde der Garten der Gemeinde Przelewice übergeben. Drei Jahre darauf wird Dipl. Ing. Maria Jolanta Syczewska Direktorin des Betriebes und leitet ihn bis heute. Im Jahr 2000 entsteht ein Naturwissenschaftliches Bildungszentrum unter der Leitung von Dipl. Ing. Katarzyna Misiak, die seit 2003 auch den Garten betreut, welcher die Goldene Medaille für das „am besten verwaltete Demkmalobjekt in Polen“ gewann. Eine der größten Investitionen der Gemeinde Przelewice, die vom EU-Fond Phare, sowie vom Wojewodschafts- und Nationalfonds für Umweltschutz und Wasserwirtschaft mitfinanziert wurde, ist das Botanische Forschungs- und Bildungszentrum. Es besteht aus dem 2006 restaurierten Schloss, dem Gewächshaus, der neuen Baumschule und der Orangerie.

 

ie Denkmalkomposition darf zwar nicht verändert, jedoch erweitert werden. So werden neue Kollektionen, die in Harmonie mit der existierenden Anlage stehen, hinzugefügt und es gibt neue interessante Arten und Abwandlungen von Bäumen und Sträuchern.

 

uf dem Gebiet des Gartens wachsen fast alle geschützten Baumarten Polens. Unter ihnen z.B. die Elsbeere, die zur Zeit der Parkgründung gepflanzt wurde oder der Gemeine Efeu, der auch hoch oben die alten Bäume umrankt. Stark vertreten sind des Weiteren geschützte Grünpflanzen. Eine der Hauptaufgaben des Gartens ist der Schutz der Pflanzenarten durch den Austausch mit anderen Botanischen Gärten (ex situ). Von den betreffenden natürlichen Beständen und sehr seltenen Arten, die vom Aussterben bedroht sind, werden Proben entnommen und im Garten vermehrt. Die Besucher haben die Möglichkeit, geschützte, aussterbende und sehr seltene Pflanzen kennen zu lernen, die in dem polnischen Roten Pflanzenbuch eingetragen sind, sowie auch geschützte Arten, die in das Weltbuch eingetragen wurden.

 


Z³oty medal w konkursie Ministra Kultury na "najlepsze prace z zakresu ochrony zabytkowych za³o¿eñ ogrodowych" w kategorii "Najlepiej utrzymany i pielêgnowany ogród roku 2001"